Wasserführende Deckenheizung und Deckenkühlung

Eine wasserführende Heiz-Kühldecke nutzt die große, zumeist freie Deckenfläche, um Räume gleichmäßig und angenehm zu temperieren. Im Winter sorgt die Deckenheizung über einen hohen Anteil an Strahlungswärme für behagliche Wärme. Im Sommer wird dasselbe System zur Deckenkühlung genutzt. Die Nutzung geringer Differenzen zwischen Wasser- und Raumtemperatur über eine große Fläche macht einen energiesparsamen Betrieb möglich. Verschiedene Vergleichsstudien kommen zum Ergebnis, dass Strahlungsdecken je nach Klimazone gegenüber luftgeführten Klimaanlagen 20 - 35% Energie einsparen und Mehrkosten sich in der Regel nach 2-3 Jahren amortisieren.1 Zudem ist mit Heiz-Kühldecken eine angenehme Klimatisierung von Gebäuden ganzjährig sichergestellt, ohne dass warme Abluft zur Klimaerwärmung beiträgt.

BEKA entwickelt und produziert verschiedene Systemkomponenten für wasserführende Deckenheizungen und Deckenkühlungen. Je nach Anforderung an die Deckenkonstruktion sowie der benötigten Heiz- und Kühlleistung können wir Kapillarrohrmatten, Kupferrohr- oder Edelstahlmäander und 10 mm PE-RT-Rohrsysteme als Wärmetauscher projektspezifisch fertigen.

Die Komponenten werden in Putz-, Trockenbau-, Metallkassettendecken oder offenen Deckenkonstruktionen verbaut. Durch die Flächenheizung von der Decke bleibt die Klimatechnik geräuschlos und weitgehend unsichtbar. Somit haben Bauherren und Architekten viel Freiheit bei der Gestaltung von Gebäuden und Räumen.

Installation einer Klimadecke mit Kapillarrohrmatten auf einer Büroetage

Vorteile Heiz-Kühldecke

  • Heizen und Kühlen mit einem System
  • Angenehme und gleichmäßige Strahlungswärme
  • Gefühlte Temperatur liegt beim Heizen oberhalb und beim Kühlen unterhalb der gemessenen Lufttemperatur
  • Geringe Vorlauftemperaturen
  • Perfekte Ergänzung für den Betrieb von Wärmepumpen
  • Zugluftfreie und geräuscharme Raumkühlung
  • Freie Raumgestaltung ohne Heizkörper und sichtbare Klimageräte
  • Geringe Wartungskosten
  • Lösungen für Neubau und Bestand

Wie funktioniert eine Deckenheizung?

Eine wasserführende Deckenheizung überträgt die Wärme zu mehr als 90% durch Strahlungswärme. Anders als bei klassischen Heizkörpern dient nicht die Luft als Wärmeverteiler, sondern die Wärme der Flächenheizung an der Decke wirkt direkt auf die anderen Raumflächen, Möbel und natürlich auch auf die im Raum befindlichen Menschen. Die Wirkung lässt sich mit der Strahlungswärme vergleichen, die von der Sonne ausgeht: Jeder kennt das behagliche Gefühl von Sonnenstrahlung auf der Haut an einem kühlen Tag.

Durch die große, zumeist frei verfügbare Deckenfläche reichen vergleichsweise kleine Differenzen zwischen Vorlauf- und Lufttemperatur, um einen Raum komfortabel zu beheizen. Die wasserführende Deckenheizung kann deshalb energiesparend mit Wassertemperaturen um die 30°C betrieben werden. Das macht sie zu einem attraktiven Wärmeabnehmer für Wärmepumpen.

Warme Füße, obwohl die Wärme von oben kommt

Aufgrund des Strahlungsprinzips ist die gefühlte Temperatur bei einer Deckenheizung höher als die gemessene Raumtemperatur. Weil die Strahlungswärme auch den wärmeisolierten Fußboden erreicht, wird die Wärme dort zusätzlich absorbiert. Die Fußbodenoberfläche ist spürbar wärmer als die durchschnittliche Temperatur im Raum. Deshalb sind kalte Füße nicht zu befürchten, auch wenn sich die Flächenheizung an der Decke befindet.

Die gleichmäßige Wärmeverteilung sorgt zusammen mit der minimierten, thermisch bedingten Luftbewegung für einen hohen Wärmekomfort im gesamten Raum.

Deckenkühlung – Mit geringen Temperaturdifferenzen zugluftfrei und energiesparend kühlen

Eine Heiz-Kühldecke sorgt auch im Sommer für angenehme Temperaturen. Dann wird kühles Wasser durch die Rohrsysteme geführt und die gekühlte Deckenfläche führt Wärme aus dem Raum ab. Aus der Deckenheizung wird eine leistungsfähige wasserführende Deckenkühlung.

Das Wirkprinzip funktioniert wie bei der Deckenheizung nur umgekehrt und ist genauso effizient. Die Kühlung über die Decke nutzt gleichfalls geringe Temperaturdifferenzen zur Raumtemperatur, die über eine große Fläche wirken. Die gesamte aktivierte Deckenfläche dient als Wärmetauscher. Das sind optimale Voraussetzungen für eine energieeffiziente Klimatisierung und die Kombination der Heiz-Kühldecke mit reversiblen Wärmepumpen und anderen Niedertemperatursystemen.

Weil die gleichmäßige Deckenkühlung keine Zugluft verursacht, geräuschlos funktioniert und zugleich energiesparsam ist, trägt sie zu einer hohen Akzeptanz und Zufriedenheit bei den späteren Raumnutzern bei. Die Deckenkühlung kommt überall dort zum Einsatz, wo hoher thermischer Komfort eine zentrale Anforderung ist. Das gilt beispielhaft für Krankenhäuser, die zum Schutz ihrer Patienten vor der zunehmenden Hitzebelastung in die gesunde Klimatisierung über Heiz-Kühldecken investieren.

Sicherer Betrieb oberhalb des Taupunkts

Beim Betrieb einer wasserführenden Deckenkühlung muss die Bildung von Tauwasser vermieden werden. Die Vorlauftemperatur wird deshalb so geregelt, dass die Oberflächentemperatur der Kühldecke sicher oberhalb des Taupunkts bleibt. Besonders effizient arbeitet die Deckenkühlung in Kombination mit einer Lüftungsanlage. Die Kühldecke übernimmt dabei vor allem die Abfuhr der trockenen Kühllast, während die Lüftungsanlage für Frischluft und die erforderliche Entfeuchtung sorgt.

Aus medizinischer Sicht erachten wir insbesondere die zugluftfreie, gleichmäßige Temperierung für unsere Patienten als wichtig. Thomas Höhn, Verwaltungsdirektor, Deutsches Herzzentrum Berlin

Auswahl von Heiz-Kühldeckensystemen

Deckenheizung direkt vom Hersteller

BEKA produziert die meisten der zentralen Wärmetauscherkomponenten für Heiz- und Kühldecken am Standort in Berlin Pankow selbst. Dadurch sind wir in der Lage sowohl Standardausführungen als auch projektspezifische Abmessungen und Sonderlösungen zu fertigen. TGA Planer, Architekten und Umsetzungspartner profitieren von unserem technischen Know-how aus zahlreichen realisierten Projekten sowie von der Unterstützung bei Auswahl und Auslegung geeigneter Komponenten. Auf die Komponenten aus unserer Produktion geben wir 15 Jahre Gewährleistung.

Weil wir wissen, dass Gebäude sehr unterschiedliche Anforderungen an die eingesetzte Heiz-Kühltechnologie haben, bieten wir je nach Deckenkonstruktion, Leistungsanforderung, Montageablauf und Projektgröße drei Technologien für Heiz- und Kühldecken an.

Kapillarrohrmatten

Kapillarrohrmatten bestehen aus vielen dünnen, parallel angeordneten Rohren mit geringen Rohrabständen. Dadurch wird die Deckenfläche besonders gleichmäßig temperiert. Die geringe Bauhöhe ermöglicht eine oberflächennahe Installation und ein dynamisches Regelverhalten.

Kupferrohrmäander

Kupfer verfügt über eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit. BEKA Kupferrohrmäander ermöglichen deshalb leistungsstarke Heiz-Kühldecken und eignen sich insbesondere für Anwendungen, bei denen hohe Heiz- und Kühlleistungen gefordert sind.

10 mm PE-RT-Singlerohrtechnik

Die 10 mm Singlerohrtechnik verbindet eine klassische Rohrinstallation mit den Vorteilen geringer Rohrdurchmesser. Das PE-RT-Rohr kann mit Wärmeleitprofilen auf Trockenbauplatten montiert oder bereits werkseitig in Gipskartonplatten integriert werden. Die Technik ermöglicht wirtschaftliche und montagefreundliche Lösungen für unterschiedlichste Projektgrößen.

Installationsvarianten Heiz-Kühldecken

Icon Kühldecke / Wandheizung Putz
Putzdecke

Bei einer Putzdecke liegen die wasserführenden Rohre besonders oberflächennah. Das macht diese Variante für große, glatte Flächen interessant.

Icon Deckenheizung / Wandheizung Trockenbau
Trockenbaudecke

Trockenbausysteme ermöglichen eine schnelle und gut planbare Installation sowie ein hohes Maß an Vorfertigung.

Icon Metallkassettendecke
Metallkassettendecke

Metallkassetten verbinden eine hoch­wertige architektonische Gestaltung mit sehr guten Voraussetzungen für die Wärmeübertragung.

Aus der Praxis: Deckenheizung & Deckenkühlung im Einfamilienhaus

Flächenheizung und kostengünstiges Bauen sind kein Widerspruch. Zu besichtigen ist die Umsetzung einer Deckenheizung und Deckenkühlung im Einfamilienhausbereich in Kombination mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage im Musterhaus der Bau- und Ausbau GmbH Zahna in Berlin Staaken.

Projektprospekt Musterhaus mit Deckenheizung

1 Kwong, Qi Jie: Evaluation of energy conservation potential and complete cost-benefit analysis of the slab-integrated radiant cooling system: A Malaysian case study, Energy and Buildings, Volume 138, 2017, Pages 165-174