News zur Flächenheizung und Flächenkühlung

Mit Deckenheizung gegen Viren?

|   Rohrpost 46 Frühjahr 2020

FACHWISSEN

Corona bewegt, Corona verunsichert, Corona regt zum Nachdenken an. Beispielsweise über die Übertragungswege von Viren. Welche Auswirkungen hat dabei eine Deckenheizung auf potenzielle Krankheitserreger?

Viele Anbieter von Flächentemperierung werben mit der gesunden Raumluft durch eine Deckenheizung. So auch BEKA. Wie meinen wir das nun genau?

Das Coronavirus wird – ähnlich wie Grippe- oder Erkältungsviren – vorrangig über Tröpfcheninfektion übertragen, also über winzige Tröpfchen, die beim Niesen, Husten oder Sprechen in die Luft gelangen und über die Schleimhäute von Nase und Rachen aufgenommen werden.1  Manche Erreger von Krankheiten wie Grippe, Windpocken oder Masern halten sich sogar recht lange in der Luft von geschlossenen Räumen. Je mehr die Luft im Raum in Bewegung ist, umso munterer können die Krankheitserreger umherschweben.

Weniger Luftbewegung dank Deckenheizung

Eine Flächentemperierung minimiert derlei Luftbewegungen. Insbesondere die Deckenheizung funktioniert maßgeblich über Strahlungswärme. Im Gegensatz zur Radiatorheizung ist der konvektive Anteil und die damit verbundene Luftbewegung (warme Luft steigt auf, kühlt sich an der kühleren Decke ab und sinkt wieder zu Boden usw.) sehr gering. Weniger Luftbewegung bedeutet weniger Aufwirbelung von Staub und winzigen Tröpfchen, die Viren oder Bakterien enthalten. Staub und Keime sinken also eher zu Boden und bleiben dort.

Neben der Luftzirkulation wirkt sich ein weiterer Effekt der Flächentemperierung positiv auf das Raumklima aus: die Luftfeuchtigkeit. Die für das menschliche Wohlergehen optimale relative Luftfeuchtigkeit liegt bei 40-60%. Im Winter kann die Luft schnell unangenehm trocken werden, wenn die ohnehin trockene kalte Außenluft auf Zimmertemperatur erwärmt wird, da die relative Luftfeuchtigkeit bei Erwärmung sinkt. Trockene Luft macht es Viren auf zweifache Weise einfach. Bei trockener Raumluft trocknen die Schleimhäute aus, die dadurch in ihrer Schutzfunktion gegen Krankheitserreger stark beeinträchtigt werden. Hinzu kommt, dass viele Viren in trockener Luft länger überleben und infektiöser sind als in Räumen mit höherer Luftfeuchtigkeit.2 

Positive Auswirkungen auf die Luftfeuchtigkeit

Was hat nun die Flächentemperierung mit der (relativen) Luftfeuchtigkeit zu tun? Der Raumluft kann es doch egal sein, wie sie erwärmt wird!? Wenn man von den innerräumlichen Temperaturunterschieden durch Konvektions-Heizen absieht, so mag das stimmen. Dennoch wirkt sich beispielsweise eine Deckenheizung positiv auf die relative Luftfeuchtigkeit aus, da die Räume hier nicht so stark erhitzt werden müssen wie mit einer Radiatorheizung. Die Wärmestrahlung der Decke wirkt direkt auf sämtliche Oberflächen im Raum (Möbel, Fußboden, Wände und den Menschen). In der Regel erreichen Menschen ihre Wohlfühltemperatur unter einer Deckenheizung bereits bei Temperaturen, die rund 2 Grad unterhalb derjenigen mit Radiatorheizung liegt. Im Frühling lässt sich dieser Strahlungswärme-Effekt ganz leicht nachvollziehen: es ist ein deutlicher Unterschied, ob Sie bei sagen wir 14 Grad im Schatten oder in der Sonne stehen. Geringere Raumlufttemperatur bedeutet höhere relative Luftfeuchtigkeit. (Beispiel: Herrscht im Raum bei 20°C eine relative Luftfeuchtigkeit von 40% und wird die Luft weiter auf 22°C erwärmt, so sinkt die relative Luftfeuchtigkeit auf 35,6%.)

Natürlich bedeutet dies nicht, dass eine Flächenheizung vor Viren oder Keimen schützt. Hier geht nichts über die empfohlenen Schutzmaßnahmen wie Hände waschen, hygienisches Husten und Niesen sowie regelmäßiges Lüften. Aber eine Deckenheizung kann das Leben für viele anfällige oder vorbelastete Menschen wie Allergiker deutlich angenehmer machen und das Risiko einer Erkrankung minimieren.

 

1 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Tröpfcheninfektion. In: infektionsschutz.de. URL: www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/uebertragungswege/troepfcheninfektion.html [abgerufen am 18.03.2020].

2 Retzbach, Joachim: Trockengebiete. In: zeit.de. URL: www.zeit.de/zeit-wissen/2016/s1/erkaeltung-heizungsluft-schnupfen-luftfeuchtigkeit-gesundheit-winter-herbst [abgerufen am: 18.03.2020]. 
sowie: 
Handelskrankenkasse (hkk): Mit frischer Luft Grippe-Viren ausbremsen. In: hkk.de. URL: www.hkk.de/themen/erkaeltung/mit-frischer-luft-grippeviren-ausbremsen [abgerufen am: 18.03.2020].